Alltag – Januar

Nach der Knieoperation fühle ich mich dem Alltag fern. Zwar werde ich morgen mit der Arbeit beginnen, aber selbst gehen kann ich noch nicht richtig alltäglich.

Alltäglich geblieben ist der erste Blick aus dem Ostfenster.

Die Krähen in der Kiefer
begrüssen die Krähen hinter dem Haus.

Elstern mischen sich schimpfend ein.

Der Himmel, noch dunkel,
lässt das Wetter nur ahnen.

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Ein Beitrag zum Projekt von Ulli Gau zum Thema Alltag.
https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/10/19/alltag-eine-idee/

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Raunacht 6

Drücken in der Brust
Grummeln im Bauch

Überfordert mit Sein und Schein

Das Ziehen und Reissen zwischen
Selbstvertrauen und abgründiger Unsicherheit

Ja.
Ja. Das bin ich.

Auch das bin ich.

Auch das gelassene Gleiten
mit den Mühsalen

Das Lächeln angesichts der baumelnden Klinge über mir.
Auch das.

Ja.
Ja.

Bild mit der Apophysis App q : flame

6. Raunacht
30. Dezember
Die Gefühle umarmen

Brüchige Seelen

Endlich wieder
in Ruhe Essen
sicher Schlafen
die Kinder geborgen

Nie wieder
vom Tisch in den Keller
in Albträumen wach
die Kinder verstummt

Heute wieder
scheele Blicke in deine Teller
giftige Worte in deine Ohren
die Kinder einsam

Mit langen Fingern
holt der Alb uns ein
zerbröselt brüchige Seelen

Nein!

PS: Davon träume ich, dass mein Schulzimmer, noch besser meine Gegenwart, für brüchige Seelen von Kindern und Eltern ein sicherer Ort wird.

Beitrag zum Lyrikmonat #frapalymo von paulchenbloggt.de bzw. @FrauPaulchen@twitter.com zum Impuls „Flucht und Asyl“