Schnee, ade

Es tropft der Regen,

es pfeift der Wind.

Der Schnee ist weg,

es weint das Kind.

Dieses Verslein folgt dem ungarischen Satzbau, nur die Pronomen und der Arikel müssten noch gestrichen werden.

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Angezählt

Eine erste abc-etüde für die Wochen 02/03 auf die Schreibeinladung von Christiane. Die Aufgabe lautet, drei vorgegebene Wörter (Abfallglück/Verfallsdatum/unschuldig) in einen Text mit maximal 300 Wörtern zu verschreiben.

Angezählt

Unschuldig trödelt sie vor der Einfahrt zur Tiefgarage herum, dort wo in wenigen Minuten die Container des Einkaufszentrums zu stehen kommen. Die Hände in den Taschen, die Schultern zu minimaler Oberfläche zusammengezogen. Sie ist angezählt. Der Arzt hat ihr etwas wie ein Verfallsdatum eröffnet. Noch zwei, drei Monate. Arbeiten geht schon lange nicht mehr, freuen auch nicht. Es bleibt der abendliche Kleinkrimi um den Gewinn von einem kleinen Abfallglück. Etwas Spannung, etwas List, etwas Lust auf anderes als Brot und Suppe. Solange sie noch selbstständig auf die Strasse kann. Später wird man sie am Tropf durchfüttern. Bis, na ja.

Alltag – Januar

Nach der Knieoperation fühle ich mich dem Alltag fern. Zwar werde ich morgen mit der Arbeit beginnen, aber selbst gehen kann ich noch nicht richtig alltäglich.

Alltäglich geblieben ist der erste Blick aus dem Ostfenster.

Die Krähen in der Kiefer
begrüssen die Krähen hinter dem Haus.

Elstern mischen sich schimpfend ein.

Der Himmel, noch dunkel,
lässt das Wetter nur ahnen.

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Ein Beitrag zum Projekt von Ulli Gau zum Thema Alltag.
https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/10/19/alltag-eine-idee/

Alltag – eine Idee

Als ich anfing, mich mit dem Wesen des Alltags zu beschäftigen, ging es mir schlecht. Ich litt unter der vermeintlichen Belanglosigkeit meines Lebens. Zwischen der Wäsche und den Mahlzeiten von drei kleinen Kindern und meinem beschäftigen Gatten fühlte ich mich völlig vergraben.

Der Werbeslogan eines Fernsehsenders gab mir den Rest: Bei uns sehen sie Filme, die spannender sind, als das Leben.

Im Innersten wusste ich, dass der Alltag das eigentliche Leben ist. Er besteht aus sich wiederholenden Abläufen, die das Überleben sichern. Dazu braucht es Schutz (ein Dach und Kleidung), Nahrung und Zuwendung. So einfach ist das.

Aber wissen hilft nicht, wenn du ausgehungert bist nach – nach was? Bach einem eigenen Leben unabhängig von meiner Funktion für andere (Mutter von, Frau von).

Zum Glück fand ich einen Weg, der zahlbar und zeitlich zu handhaben war: Ich begann mit dem Studium von Soziologie und Sozialen Verhaltenswissenschaften an der FernUniversität in Hagen.

Auch das Studium gab mir Gelegenheit, mich mit Alltäglichem auseinander zusetzen.

Seither begleitet mich die Frage nach dem Alltag. Was ist Alltag? Wie bewältige ich das, was alle Tage wiederkehrt? Wie gebe ich dem Alltag Bedeutung?

Die Bloggerin eulenschwinge (eulenschwinge.wordpress.com) machte heute auf eine Idee von Ulli Gau aufmerksam, den Alltag vorzustellen. Hier die Idee:
https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/10/19/alltag-eine-idee/

Zwar bin ich schon zu spät für das erste Januarwochenende, aber was solls. Es ist mein Thema. Gerne lasse ich mich dazu einladen.

Der eigentliche Beitrag folgt.

Fenster auf

Fenster auf
die Türen auch

Kalter Wind fegt
Haus und Atem klar

Glockengeläut ruft Hoffnung
auf ein gnädiges Jahr

Möge das Licht immer wieder
die Nächte vertreiben

Mögen wir beide,
du, meine Zeit und ich,
einander freundlich gesinnt bleiben.

Raunacht 12
5. Januar
Zum Licht erwachen